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Markus Beer


1957 geboren in Tübingen.
1972 Anfänge als Maler in Celle
1977-82 Studien der Philosophie und Kunstgeschichte in Erlangen und Berlin sowie freie Malerei an der Akademie München
1982-96 Jobs, Auftrags- und Straßenmalerei
seitdem freischaffend
Drei Kinder
2004 Umzug aufs Land

 

Ausstellungen:

Seit 1980 - Diverse Einzel- und Gruppenausstellungen, u.a.:
Galerie ARTIFICIUM, Berlin.
Autohaus EDUARD WINTER, Berlin.
Galerie GIESLER, Berlin.
HAUS FÜR BILDUNG UND KULTUR, Dresden.
Galerie B. HEIDELBAUER, Stuttgart.
ab 2001 - Wechselnde Ausstellungen in der Galerie FLACHWARE, Berlin.

 

Kontakt:

mc_beer@freenet.de
http://www.beers-bilder.de

 

 

Im Herbst 1977 druckt der Stern doppelseitig ein Bild, das ein Verrückter gemalt hat. Markus Beer ist beeindruckt von der Sicherheit der Linienführung und der Leichtigkeit der Farben. Umso größer ist sein Entsetzen, als sich auf den nächsten beiden Seiten die Auflösung dieser Werbekampagne findet. Ein Psychopharmaka-Konzern warb für seine Leistungen: Wir arbeiten, daß so etwas nicht mehr vorkommt. Die Malerei war zum Störfall geworden, den es grund seiner Entartung aus der Welt zu schaffen galt.

Beer beschreibt dieses Erlebnis als markanten Punkt in seiner künstlerischen Tätigkeit. Wenn ein Konzern solche Malerei unmöglich machen will, sieht er seine Arbeit gerade als Arbeit am Verrückten. Seine Malerei scheint immer auch etwas Ungewohntes, Kindliches mit sich zu bringen. Keine Bedeutungen, vielmehr konkrete Situationen sind es, die sich um, in und durch und hinter den Bildern bewegen und verbinden, um die Betrachtung und Auseinandersetzung anzuregen.

Er arbeitet und malt in wechselnden Ateliers, auf der Straße, in Hinterhöfen und seiner Küche, was der Vielfalt, der Weite seiner Produktion entspricht. Eine umfassende Produktion, die sich stilistisch durch Längen- und Breitengrade auszeichnet, an welchen er sich entlang bewegt. Man entdeckt diese Linien in seinen Bildern.

Dieses unentwegte Produzieren und Hervorbringen von Intimem, Kram, Farben und Körpern zielt darauf, die Grenzen des lebensfernen Raums Atelier niederzureißen und die immensen oder auch unscheinbaren Brüche, die das Leben ausmachen, als notwendigen Teil der eigenen Malerei zu betrachten.

Die Arbeiten zeigen diese Brüche, bald zart, bald harsch und brutal. Das Licht, die Gesten der Farbe selbst, Körper und Köpfe, Silhouetten ringen und tanzen miteinander. In der ikonisch anmutenden Arbeit FÜR JAWLENSKY beispielsweise tritt dies äußerst stark zutage. Die gestischen Bewegungen der Farbe, die aus ihrer Struktur heraus körperlich werden und zugleich die dargestellten Körper, die farbig und flächig werden. Überall gibt es derartige Übersprünge und sei es in einer Strahlenkrone.

Beers Arbeiten sind geradezu darauf angelegt, Verbindungen herzustellen und Ensembles zu bilden, die Ebenen eines Gemäldes einander gegenüberzustellen, sie neu zusammenzusetzen, umzugruppieren, miteinander arbeiten zu lassen.

Dabei bewahren alle Arbeiten eine überzeugende Herzlichkeit und Bodenständigkeit. Eine kindliche Leichtigkeit zeichnet sie aus, die durchaus etwas Populäres oder gar Volkstümliches besitzt. Ausdrücklich sollen sie die Möglichkeit tragen, anzusprechen und Sympathien zu erzeugen. Nicht unbeteiligt und duldsam geben sie sich, sondern lebendig und aufgeschlossen, abenteuerlich.